Augenlasern Wiki (Ratgeber)

Mehr als 50 Prozent der Deutschen tragen eine Brille. Viele sind damit aus verschiedensten Gründen unzufrieden. Seit einigen Jahren gibt es eine sichere Alternative zur Sehhilfe: das Augenlasern. Darunter versteht man die Korrektur der Augen mit Hilfe einer Laserbehandlung. Dank des immensen technischen Fortschritts kann die Augenchirurgie mittlerweile so fein und exakt operieren, dass die Korrektur der Hornhaut um tausendsten Millimeter sicher möglich ist. Die bahnbrechende Neuerung in diesem Bereich war der sog. Femto-Sekundenlaser.

In diesem Wiki (Ratgeber-Glossar) werden die Vor- und Nachteile sowie die verschiedenen Augenlaser-Behandlungsmethoden vorgestellt. Und natürlich geht es um die Frage, wie teuer eine Augenlaserbehandlung ist und welche Kosten von den Krankenversicherungen abgenommen werden.

Was ist Augenlasern?

Die weit verbreiteten Fehlsichtigkeiten (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus) beruhen auf einer nicht optimalen Brechkraft des Auges. Normalerweise müsste das Licht exakt auf der Netzhaut (Retina) gebündelt werden, damit man ein scharfes Bild hat. Bei den oben genannten Fehlsichtigkeiten funktioniert das nicht. Zur Korrektur dieses Brechungsfehlers werden Linsen vor die Augen gesetzt, die den Abbildungsfehler ausgleichen. Die folgende Abbildung verdeutlicht das Problem anhand einer Kurzsichtigkeit:

Menschliches Auge:  Normales Sehen, Kurzsichtigkeit, Korrektur
Menschliches Auge: Normales Sehen (oben), Kurzsichtigkeit (Mitte)
und Korrektur (unten)

Wie funktioniert Augenlasern?

Die Brechkraft des Auges basiert im Wesentlichen auf zwei gewölbten Teilen:

Einen Augenkorrektur mit Hilfe von Lasern basiert darauf, die Brechkraft der Hornhaut zu verändern. Man nennt die Verfahren zur Veränderung der Brechkraft des Auges refraktive Chirurgie. Wenn es sich dabei um eine Brechkraftänderung durch die Korrektur der Hornhaut handelt, spricht man von "Keratomie".

Die Hornhaut wird - grob vereinfacht - so bearbeitet, dass sie ihre optischen Eigenschaften so verändert, als wäre die Brille quasi "integriert" .

Die Augenlaserbehandlung basiert auf einer Veränderung der Hornhaut des Auges.

Es gibt eine Reihe verschiedener Augenlaser-Methoden. Die Weiterentwicklung dient stets dem Ziel, die Augenkorrektur so schonend und sicher wie möglich zu machen.

Das älteste Verfahren nennt sich PRK (photorefraktive Keratektomie). Es war quasi die Grundlage des heutigen Augenlaserns, wird aber kaum noch angewandt.

Lasek

Eine Methode der PRK ist das sog. "Lasek" (Laser-epitheliale Keratomileusis). Dabei wird die obere Schicht der Hornhaut (sog. Epithelschicht) mit einem Messerartigen Instrument abgetragen und entfernt. Der große Nachteil: die operierte Fläche liegt offen und ist daher leicht entzündlich. Außerdem ist der Eingriff mit einer Klinge immer mit einem verhältnismäßig großen Risiko verbunden.

Erfindung des Flap

Die entscheidende Entwicklung, die das Augenlasern dann auch für die breite Masse der bevölkerung interessant machte, war die Idee des sog. "Flap". Dabei wird die Oberfläche der Hornhaut nicht mehr entfernt, sondern nach der Operation wieder auf die Hornhaut gelegt. Der Flap ist eine Art hauchdünner Scheibe, (auch Lamelle genannt), die nur an einer kleinen Stelle am Auge hängen bleibt. Die Laserbahndlung erfolgt also auf den inneren Schichten der Hornhaut (sog. Stroma) statt auf der Oberfläche.

Lasik

Beim Lasik-Verfahren wird der Flap mit Hilfe eines Hornhauthobels (sog. Mikrokeratom, das ist eine ultrafeine Klinge) geschnitten. Anschließend wird die Hornhaut mit einem Laserstrahl behandelt. Die Operation ist praktisch schmerzfrei und kaum wahrnehmbar, da das Laserlicht mit einer für das menschlichen Auge unsichtbaren Frequenz arbeitet.

Nach der Augenlaser-Operation wird der Flap auf die behandelte Stelle gelegt. Dank der Anziehungskraft von Flüssigkeiten (Kohäsionskraft) liegt der Flap fest am Auge. Man benötigt keinen Verband oder eine Augenklappe und kann praktisch direkt nach der Operation wieder klar und scharf sehen.

Augenlaserbehandlung (Operation Laserverfahren)
Augenlaserbehandlung (Operation Laserverfahren)

Femto-Lasik

Das Femto-Lasik Verfahren unterschiedet sich nur in einer Kleinigkeit vom herkömmmlichen Lasik: der Flap wird statt mit einem Mikrokeratom mit einem Femto-Sekundenlaser erzeugt. Das gilt als noch sicherer und schonender. Da für diese OP-Methode jedoch zusätzliche Operationstechnik erforderlich ist, ist das Femto-Lasik nicht unwesentlich kostenintensiver.

Relex-Smile

Seit einigen Jahren setzt sich immer stärker eine neue Methode durch: ReLEx-Smile. Bei dieser Methode wird nicht einmal mehr ein Flap benötigt. Stattdessen wird mit Hilfe des Lasers in der Hornhaut eine Art winzige, kissenartige Scheibe erzeugt, die dann durch eine sehr kleine Öffnung herausgezogen wird. Der allergrößte Teil der Hornhautoberfläche bleibt also unberührt. Das ReLEx-Smile-Verfahren gilt nach heutigen Stand der Technik als das sicherste und schonendste - aber folglich auch als das teuerste.

Was kostet eine Augenlaser-Behandlung?

Die Kosten für die Augenlaser-Behandlung sind - je nach Verfahren - unterschiedlich hoch. Außerdem hängen sie mit der Region und dem jeweiligen Wettbewerb zusammen. je mehr Augenlaser-Kliniken in einer Region, um so größer der Preisdruck - und um so günstiger kann die Augenkorrektur werden.

Grob über den Daumen kann man sagen:

Das sind allerdings nur Anhaltswerte, die um mehrere hundert Euro differieren können.

Augenlasern bei Kurzsichtigkeit (Myopie)

Wie oben beschrieben kann man ein kurzsichtiges Auge gut mit Hilfe des Augenlaserns korrigieren. Voraussetzung ist allerdings eine ausreichende Dicke der Hornhaut. Wie dicke diese im Einzelfall ist, kann nur durch eine Augenuntersuchung von einen Facharzt ermittelt werden. Grundsätzlich gilt: je dicker die Hornhaut, um so stärker kann man die Kurzsichtigkeit korrigieren. Bei Kurzsichtigkeit hilft eine konkave Linse, das bedeutet, die Hornhaut muss mittig abgeflacht werden.

Bei einer durchschnittlichen Hornhaut kann man mit einer Laserkorrektur bis etwa -10 Dioptrien ausgleichen.

Augenlaserbehandlung bei Kurzsichtigkeit (Myopie) Augenlaserbehandlung bei Kurzsichtigkeit (Myopie) (Bildquelle)

Augenlasern bei Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Bei Weitsichtigkeit ist läuft der Prozess des Abtragens anders herum. Die Hornhaut muss an den Rändern abgetragen werden. Das ist etwas komplizierter, daher geht man davon aus, dass bei einer durchschnittlichen Hornhaut nur eine Fehlsichtigkeit von etwa +5 Dioptrien korrigiert werden können.

Augenlaserbehandlung bei Weitsichtigkeit (Hyperopie) Augenlaserbehandlung bei Weitsichtigkeit (Hyperopie) (Bildquelle)

Augenlasern bei Astigmatismus (Stabsichtigkeit)

Ein Astigmatismus führt zu einer länglichen Verzerrung des visuellen Abbildes. Ursache ist in den meisten Fällen eine ungleich gewölbte Hornhaut (Astigamtismus simplex). Ein Astigmatismus lässt sich ebenfalls mit Hilfe des Augenlaserns gut korrigieren. Bei einer normalen Hornhautdicke geht man von etwa -4 Dioptrien des Astigmatismus aus. Auch hier gilt: genauer Angaben kann nur ein Augenspezialist machen.

Augenlaserbehandlung bei Weitsichtigkeit (Hyperopie) Augenlaserbehandlung bei Astigmatismus (Hyperopie) (Bildquelle)

Weiterlesen?