PKV Vergleich anonym

PKV Vergleich - schwierig, weil ...

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Kann man private Krankenversicherungen (PKV) miteinander vergleichen? Dabei interessieren sich die meisten für die monatlichen Kosten (sog. Prämien). Ziel des Ganzen: welche PKV ist die günstigste? Und das ist ein Problem. Denn die monatlichen Beiträge (sog. Prämien) berechnen sich nicht nur anhand der ausgewählten Leistungen, sondern auch nach Alter, Gesundheit und Lebensrisiken. Die private Krankenversicherung basiert auf einem privatrechtlich geschlossenen Vertrag (daher der Name private Krankenversicherung). Es gibt 44 PKV-Anbieter in Deutschland. Jeder hat in seinem Portfolio ca. 5 - 10 Tarife (also klar umrissenen Pakete mit bestimmten Leitungen). Der folgende Vergleichsrechner bietet einen Überblick über PKV-Basistarife:

Tarifrechner des Finanzdienstleisters finanzen.de. Unabhängige Versicherungsmakler wählen anhand der von Ihnen angegebenen Daten aus über 1000 Versicherungsprodukten die besten aus.

Tarifberechnung und optional Angebot zur privaten Krankenversicherung (für Selbstständige, Freiberufler, Beamte, Studenten oder: Bruttoeinkommen in den letzten 12 Monaten über 53.500,00 € ). Siehe: PKV-Einkommensgrenze 2015

PKV-Vollversicherung

Anders als bei der gesetzliche Krankenkasse, die den Monatsbeitrag anhand des Einkommens berechnen, kalkulieren die Anbieter privater Krankenversicherungen nach den zu erwartenden Kosten für die individuell zusammengestellten Leistungen. Die Prämie einer PKV-Vollversicherung wird also anhand der zu erwartenden Krankheitskosten eines Menschen berechnet. Außerdem bietet eine PKV häufig Leistungen an, die über den Umfang der GKVs hinausgehen.

Beiträge zur PKV

Zur Berechnung der monatlichen Kosten für eine private Krankenversicherung sind folgende Faktoren wirksam:

Die von den privaten Krankenversicherern angebotenen Leistungen gehen zum Teil erheblich über das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen hinaus. Entscheidend ist bei diesem Punkt die Frage der Selbstbeteiligung. Je höher die Selbstbeteiligung im Krankheitsfall, um so geringer die monatlichen Kosten. Auch Leistungen, die sonst nur im Rahmen einer privaten Zusatzversicherung abgedeckt werden, können in einem PKV-Paket integriert werden (Zahnersatz, Sehhilfen, etc.) Aber auch hier stellt sich die Frage, wie hoch der Zuschuss sein soll.

Während man die jeweils gewählten Leistungen - trotz ihrer vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten - noch im Prinzip in Form einer Tabelle kalkulieren kann, so wird das bei den übrigen Punkten schon schwierig.

Beim Lebensalter gilt meist: je jünger, desto gesünder. Daher also günstiger. Aber: die PKV-Anbieter bilden für das Alter entsprechende Risiko-Rücklagen. Das muss man von Anfang an mit bezahlen. Je älter ein Mensch wird, um so kürzer ist die Einzahldauer - und um so größer ist das Krankheitsrisiko.

Der Gesundheitszustand wird in der Regel anhand einer ärztlichen Untersuchung nachgewiesen. Chronische Erkrankungen ziehen zum Beispiel in aller Regel regelmäßige Kosten nach sich. In diesen Fällen können die PKV-Anbieter einen Antragsteller sogar ablehnen. Ansonsten erhöht sich natürlich die Prämie.

Das Lebensrisiko ist natürlich am schwierigsten abzuschätzen. Dabei spielen statistische Werte aus der Gesundheitsversorgung eine wichtige Rolle. Ein Raucher ist demnach einem hohen Krebsrisiko ausgesetzt. Die Therapiekosten können sehr hoch werden. Daher zahlen Raucher grundsätzlich deutlich mehr.

Nicht mehr Bestandteil ist das Geschlecht. Seit dem 1. Januar 2013 gelten sogenannte Unisex-Tarife, bei denen keine Unterscheidung zwischen Frauen- und Männertarifen mehr gemacht wird.

PKV-Kostenfaktoren
PKV Kostenfaktoren der PKV-Prämie (Überblick)

Selbstbeteiligung

Für das Berechnungsmodell der PKV ist die sog. Selbstbeteiligung ein entscheidender Faktor. Je geringer die Selbstbeteiligung an den Kosten, um so höher die Prämien. Und umgekehrt.

Berechnung der PKV-Prämie

Die Berechnung der Prämien erfolgt im Prinzip mittels einer prognostizierten Lebenserwartung mit durchschnittlichem Krankheitsverlauf - jeweils individuell berechnet anhand der Lebensrisiken und dem statistischen Mittel.

Bei einem 30 jährigen Beamten sagen sich die Versicherungen zum Beispiel: der Mann lebt statistisch gesehen noch 50 Jahre. Er wird wahrscheinlich irgendwann ein Rückenleiden bekommen, an Prostatakrebs erkranken, was man mit einer Therapie in den Griff bekommen wird, und so weiter. Die zu erwartenden Gesamtkosten werden dann durch die Anzahl der Monate geteilt (50 x 12 = 600). Daraus ergibt sich eine monatliche Prämie.

Anders (vereinfacht ausgedrückt): die Kasse berechnet, welche Krankheitskosten zum aktuellen Zeitpunkt entstehen - und rechnet eine Rückstellung für die steigenden Gsundheitskosten im Alter hinzu.

Die so ermittelte monatliche Prämie wir im Prinzip für den Rest des Lebens bezahlt - unabhängig von jeweiligen Einkommen. Allerdings sind natürlich auch die PKV-Anbieter gezwungen, sich an aktuelle Entwicklungen anzupassen. Dazu gehören zum Beispiel:

Man muss also davon ausgehen, dass die Prämien sich wie alles andere im Laufe der Zeit verteuern.

Prämien (Teil-) Rückzahlungen

Einige PKV-Anbieter bieten ihren Mitgliedern ein besonders Modell der Rückerstattung eines Teils der Prämien an. Wer nicht erkrankt bzw. keine Krankheitskosten zur Erstattung einreicht, bekommt einen Teil der geleisteten Prämien zurückerstattet. Wer in eine PKV wechseln möchte sollte sich diese Option genau anschauen, weil man damit - vor allem in jungen Jahren - noch eine ganze Menge sparen kann.

Ähnlich funktioniert ein weiteres Modell: ähnlich wie bei einer KFZ-Versicherung sinken die Monatsprämien, wenn man sie über mehrere Jahre kaum beansprucht hat. Allerdings erfolgt diese Reduktion der Prämien wie bei einer KFZ-Versicherung häufig in kleinen Schritten über Jahre hinweg. Das bedeutet, dass man mit steigender Wahrscheinlichkeit doch einmal so krank wird, dass man eine Kostenerstattung einreicht, womit die Reduktion hinfällig wird. Hier gilt - wie insgesamt bei der PKV: je jünger man ist, und je gesünder man lebt, um so geringer ist die monatliche Belastung.

Kurzum: die monatlichen Beiträge zur PKV lassen sich im Prinzip nicht vergleichen.

PKV-Vergleich

Dem zum Trotz findet man im Internet zahlreiche sog. "PKV-Vergleichsrechner". Diese versprechen mehr, als sie halten können. Ursache sind Menschen, die aus Unkenntnis eine private Krankenversicherung mit einer KFZ-Versicherung gleichsetzen. Während man bei letzterer tatsächlich anhand des Autos und des KFZ-Kennzeichens die monatlichen Kosten berechnen kann, geht das aus oben genannten Gründen bei einer privaten Krankenversicherung nicht. Die sog. PKV-Vergleiche bieten im Grunde ein Kontaktformular, mit dem schon vorab einige grundlegende Informationen übermittelt werden. Mit Hilfe dieser ersten Daten kann dann ein Versicherungsberater eine Vorauswahl über die möglichen Tarife vornehmen und sie anschließend telefonisch beraten.

Auf diesen Seiten werden zwei solcher PKV-Tarif Vergleiche (Beratungskontakt) angeboten:

Bitte beachten Sie, das in beiden Fällen ein unabhängiger Versicherungsberater bei Ihnen melden wird, der Sie freundlich, kompetent, kostenlos und unverbindlich über das Thema PKV und die für Sie besten Tarife beraten wird.

PKV Vergleich anonym?

Muss man alle Angaben verbindlich ausfüllen? Kann man den PKV-Vergleich auch anonym machen? Die Antwort lautet: Jain. Wenn Sie den Artikel oben gelesen haben, dann werden Sie verstanden haben, dass man die konkreten Beiträge für eine private Krankenversicherung nur auf Grundlage konkreter individueller Wünsche berechnen kann. Aber natürlich gibt es allgemeine Tarife, die man miteinander vergleichen kann. Die Kosten der Tarife hängen jedoch vom Alter, von der Berufsgruppe und dem Gesundheitszustand ab.

Die Angaben im sog. Tarif-Vergleich (das PKV-Formular) dienen der Kontaktaufnahme. Entscheidend ist in aller Regel eine funktionierende Telefonnummer. Wenn Sie beim Namen oder bei der Adresse eine falsche Angabe machen - aus welchen Gründen auch immer -, dann müssen Sie den Versicherungsberater darauf hinweisen. Denn für einen rechtswirksamen PKV-Vertrag ist natürlich die verbindliche Angabe der korrekten Meldeadresse erforderlich.

Siehe dazu auch:

Siehe auch

PKV Vergleich